Tiefenpsychologische Therapie von Erektionsstörungen -
Psychologische Behandlung von Störungen der Erektion
Sie haben diese Seite geöffnet, da Sie von dem Thema Erektionsstörung / Erektionshemmung betroffen oder interessiert sind, weil Sie Behandler sind oder Patient oder beides. Diese Einführungsseite soll Ihnen Orientierung über die psychologischen Hintergründe des Themas geben und einen Eindruck über die Behandlung dieser Störung durch tiefenpsychologische Therapie.
Eine ausbleibende Erektion ist eine normale Reaktion und keine Erektionsstörung. Eine ausbleibende Erektion ist nicht automatisch ein Therapiegrund. Ich beschränke mich im folgenden auf die Erfahrungsberichte heterosexueller Männer. Homoerotischer Sex ist mit anderen Gefühlswelten, Praktiken, eine andere Beziehung zu eigenen Geschlechtsorganen usw. verbunden, die mich in der Einsicht bestärkt haben, dass aus tiefenpsychologischem Gesichtspunkt beide Sexualitäten nicht gleichgesetzt werden können. Die Seite beschränkt sich deshalb auf Heterosexualität.
Ob jemand einen "Durchhänger" hat oder eine "erektile Dysfunktion", ist letztlich egal. Der Eine mag es mehr bäuerlich ansprechen, der Andere auf Latein. Ich halte es eher volkstümlich, da Latein immer einen Zwischenraum zum Gefühl einschiebt und auch die Phantasiewelt klinisch-säuberlich draussen hält und den Kliniker auf Abstand.
Tiefenpsychologisch wird die Erektionsstörung als hemmungsneurotisches Symptom behandelt und als Störung des Erlebens. Meist lässt sich eine Spannung zwischen äußeren und inneren Reizen herausarbeiten, die der einzelne Mann so erlebt, das er irgendwo und irgendwann ein Schreck kriegt. Ich kriege irgendwo und irgendwann einen Schreck, und bemerke zugleich, dass etwas nicht funktioniert, nicht klappt, oder etwas zu Tage zu treten droht. Dieser Schreck wird aber meist ungenau wahrgenommen ("es ging nicht") oder wird aus Scham verschwiegen.
Es bleibt auch schwer, sich damit anzuvertrauen, denn der Schreck überträgt sich unbewußt und reflexartig "von Mann zu Mann". Andere Männer sagen vielleicht "Das hatte ich auch mal", "Da musst du durch", "Mach dir keinen Kopf". Die Botschaft wird nicht wahrgenommen oder in Sekundenbruchteilen mit einem Scherz wieder zugedeckt.
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